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Themen & Trends

Berlin Fashion Week

Mitte Januar waren wir an der Fashion Week in Berlin. Wir haben uns auf der Neonyt und auf der Seek die neuen Kollektionen unserer Brands angeschaut – und natürlich nach Neuentdeckungen Ausschau gehalten. Die Messen sind aber auch der Ort, an dem wir uns ein Bild machen von dem, was kommt. Uns interessiert, welche Themen vermehrt von den Marken aufgegriffen werden, sowohl in modischer Hinsicht, als auch in punkto nachhaltiger Produktion. Was haben wir also gesehen?

Ungefärbte Strickpullover sind ein grosses Thema. Von Les Racines du Ciel über Jungle Folk, zu Armedangels und FTC Cashmere zeigen diverse Marken nächsten Herbst Pullis, Schals und Mützen aus tierischen Fasern in ihren natürlichen Farben. Dabei können auf Grund der verschiedenen Fellfarben ganze Paletten an verschiedenen Braun-, Beige- und Ecrutönen angeboten werden. Das sieht nicht nur schön aus, es fällt dabei auch ein chemikalien- und energieintensiver Produktionsschritt weg.

Hosen, Jacken, Hemden und Röcke aus Kord waren quer durch die Kollektionen omnipräsent. Ebenfalls gut vertreten waren diverse dunkle Brauntöne. Wir haben uns natürlich die schönsten Teile rausgesucht, um sie euch dann im Herbst bei uns in Luzern und Zürich in den glore Läden anzubieten.

Carpasus und Jungle Folk teilen sich nächste Saison einen Stoff. Ihr werdet also das gleiche Karomuster sowohl an einem schönen Jungle Folk Kleid als auch an einem Carpasus Hemd entdecken. Für kleine Brands sind die Mindestbestellmengen von Stoffen oft ein Problem. Entsprechend haben sich die zwei Labels diesmal bei einer Stoffbestellung zusammengetan. Finden wir super!

Herbstliches Karo-Hemd von Carpasus

Bei Fremdformat gibt es neuerdings viel mehr – natürlich recyceltes – Silber. Das Messing wurde zudem diesmal nicht nur im schicken, matten Stil, sondern auch so richtig schön goldig glänzend verarbeitet. Eine spannende Weiterentwicklung.

Neuer Schmuck von Fremdformat

Besonders interessant fanden wir auch die Pullis und T-Shirts bei Funktion Schnitt, (ab Herbst neu bei glore Schweiz!), die pflanzlich gefärbt sind. Verwendet werden hierbei Abfallprodukte aus der Lebensmittelindustrie, aus der Produktion pflanzlicher Arzneimittel und aus der Textilindustrie. Überreste von Mandelschalen, Rosmarin, Palmetto Früchten, Rote Beete, Grapefruits, Bitterorangen und von Baumwollpflanzen kommen dabei zum Einsatz. Daraus entstehen dann biosynthetische Farbstoffe, mit denen man Baumwolle, Viskose, Leinen und Kapok färben kann.

Pflanzliche gefärbte Basics von FUNKTION SCHNITT,

Dass dabei Abfälle verwendet werden ist aus dem folgenden Grund von besonderer Relevanz: Farbstoffen auf pflanzlicher Basis wirft man oft und zu Recht vor, dass ihre Nachhaltigkeitsperformance leidet, weil viel Land benötigt wird, um die eingesetzten Pflanzen anzubauen. Land, dass man ansonsten auch zum Anbau von Lebensmitteln verwenden könnte. Das verwerten von Abfällen löst dieses Problem. Kein zusätzliches Land wird benötigt, um die Farbmittel zu gewinnen.

Hergestellt werden die Farbstoffe ausserhalb von Barcelona und die eingesetzten pflanzlichen Rohstoffe kommen überwiegend aus der Region (500km Radius). Die Wertschöpfungskette ist zudem zurück-verfolgbar bis aufs Feld. Und zertifiziert sind die EarthColors natürlich auch, und zwar bluesign, GOTS und Cradle to Cradle Gold. Zusammengefasst ergibt das einen signifikant kleineren ökologischen Fussabdruck als üblich ist. Eine bemerkenswerte Alternative zu herkömmlichen Färbeverfahren.

Pflanzliche Farbstoffe werden übrigens auch regelmässig bei CUS eingesetzt. Und auch bei Armedangels und Mud Jeans waren pflanzlich gefärbte Oberteile beziehungsweise Jeans diesmal prominent ausgestellt. Scheint ein Trend zu sein, das Färben mit Pflanzen.

Berlin war spannend, intensiv und inspirierend und ich kann es kaum erwarten, euch die ausgewählten Kleider im Herbst zu präsentieren!

 

Tanya
(Filialleiterin glore Zürich und Teil des Einkaufsteams glore Schweiz)