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glore in der Schweiz

Zwischenbericht und Ausblick

Ein paar persönliche Worte von Rebekka.

Erst war es eine verrückte Idee. Dann eine ernsthafte Idee. Dann ein Plan. Und dann tatsächlich ein Laden. Nicht irgendein Laden, sondern genau der, den ich wollte und den es dringend brauchte: glore Luzern.

Vorgeschichte

Eigentlich war das überhaupt nicht so gedacht. Als ich Betriebswirtschaft studierte, schien es sonnenklar: Ich will in die Kommunikationsbranche – und zwar in eine Agentur. Da, wo ich rationales und strategisches Denken mit kreativen Ideen und künstlerischen Aspekten verbinden konnte. Als ich da war, merkte ich, dass ich nicht die Erfüllung fand, die ich suchte. Gut war es schon, aber nicht so gut, dass ich dort die nächsten vierzig Jahre fünf Tage pro Woche verbringen wollte.

Also begann ich, in meinem Kopf alles neu zu sortieren und einen möglichen anderen Berufsweg zu finden. Gleichzeitig beschäftigte mich auch noch etwas Anderes. Etwas Privates und sehr Herausforderndes. ‘Wie passt eigentlich mein Konsum mit meinen Werten zusammen?’, frage ich mich immer wieder. ‘Gar nicht so gut’, war die ernüchternde Antwort. Weil ich viel zu oft gedankenlos billiges Zeug kaufte, obwohl mir angeblich Respekt, Sorgfalt und Nächstenliebe so wichtig waren. Die zwei schwerwiegenden Fragen zum Job und zum Konsum nisteten sich fröhlich in meinem Kopf ein – und verbanden sich immer mehr. Ich merkte, dass ich nicht nur als Privatperson, sondern auch in meiner beruflichen Funktion zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen wollte.

Offenbar musste es so sein. Denn genau zu dieser Zeit lernte ich glore in Deutschland kennen. Da passte einfach alles. Die Menschen, die Philosophie, die Mode. Die Entscheidung, effektiv einen eigenen Laden zu eröffnen, war gar nicht etwa leicht gefällt. Aber sie wuchs beständig heran. Eben: Erst war es eine verrückte Idee. Dann eine ernsthafte Idee. Dann ein Plan. Und dann tatsächlich ein Laden.

Luzern

Man kann einwenden, dass Luzern nicht unbedingt eine Modehochburg ist. Auch nicht bekannt für eine besonders ökologische Ausrichtung oder ein aussergewöhnliches soziales Engagement. Aber es ist eben meine Heimat. Und von da wollte ich nicht weg. Warum sollte es denn eigentlich nicht möglich sein, einen Concept Store für nachhaltige Mode in der tourismusgetriebenen Leuchtenstadt erfolgreich zu führen? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und was sollte ich schon Tragisches verlieren. Also.

Am 14. März 2015 war es soweit. glore Luzern öffnete zum ersten Mal seine Türen. Die Nächte zuvor habe ich kaum ein Auge zugetan. Weil auch bei uns nicht alles reibungslos lief (instabile Wände lassen grüssen) und weil in meinen Träumen alles schief ging, was schief gehen konnte. Schlussspurt und Nervosität nennt man das wohl. Was dann aber an diesem Samstag passierte, kann ich immer noch nicht richtig glauben. Der Laden war erstens fertig eingerichtet und voll mit Ware, andererseits erfüllt von einer tollen Atmosphäre und unglaublich gut besucht. Die Kollegin hinter der Theke kassierte non-stopp ein, massenweise glore-Tüten wanderten durch die Stadt. Eines war klar: Ja, da sind ganz viele, die sich dieses Angebot wünschen.

Nach vier Jahren schaue ich gerne zurück. Auf eine Entwicklung, die mich echt froh stimmt. Viele ermutigende Zusprüche, noch mehr sehr treue Kunden, tolle Gespräche und auch wirtschaftlich gesehen ein positiver Verlauf. Inzwischen unterstützt mich ein 6-köpfiges Team im Verkauf und der Administration. Dazu mein Mann, dessen unbezahlte Stunden wir besser gar nicht zählen, und ein fantastischer Freundeskreis. Was wäre glore ohne all die Menschen, die unsere Idee mittragen. Es bleibt mir nicht mehr, als ein lautes ‘Danke!’ in die Welt hinaus und himmelwärts zu rufen.

Zürich

Jubiläen eignen sich ja immer auch für einen Ausblick. Für die Enthüllung einer grossen Sache. Also tun wir das auch mal. Ausblicken auf das nächste grosse Ding. glore Zürich.

Die Spatzen zwitschern es ja längst von den Dächern. Nun ist es aber ganz offiziell, der Vertrag unterschrieben und die ersten Gespräche im Gange. Ab Frühling 2020 gibt es einen zweiten glore in der Schweiz. Der Zürcher Laden wird im Kreis 4 eröffnet, in einem neuen Wohn- und Geschäftshaus an der Feldstrasse. Auf ebenfalls rund 150 Quadratmetern präsentieren wir dem Zürcher Publikum die schönste nachhaltige Mode und freuen uns schon jetzt wie kleine Kinder. Weil: Je mehr Leute ein tolles faires Angebot in ihrer Nähe finden, desto einfacher verbreiten sich die Alternativen zur Fast Fashion. Und dafür setzen wir uns mit Herzblut ein – zusammen mit den anderen tollen Läden und Marken, die in Zürich bereits beweisen, dass fair und öko eben auch schön und stilvoll geht.

Da steht uns also ein spannendes Jahr bevor. Mit Höhen und Tiefen, mit Erfolgen und Rückschlägen – das sind wir uns bewusst. Aber wir freuen uns auf Zürich. Und Zürich sich hoffentlich auf uns. Natürlich lassen wir immer wieder hören, was an dieser Front so läuft. Im Gegenzug haben wir auch ein offenes Ohr für gute Tipps, Leute, die gerne im Zürcher Team mitarbeiten wollen oder noch einen Batzen als Investition in glore Zürich übrig haben.