Sie sind hier

Wolle

Die Wolle ist das am weitesten verbreitete Tierhaar. Überhaupt macht Wolle von allen tierischen Naturfasern den grössten Anteil aus. Laut der International Wool Textile Organisation (IWTO) produzieren über eine Milliarde Schafe weltweit jährlich mehr als eine Million Kilogramm Wolle. Gewonnen wird das vielseitig einsetzbare Material bei der Schur, die mindestens einmal pro Jahr durchgeführt wird. Die Wolle wird dabei nach Rasse und Qualität (Körperstelle) und Verfassung des Tiers unterschieden. Die besonders feinen Wollkategorien sind Merino vom Merinoschaf und Lammwolle, die bei der ersten Schur eines Lamms gewonnen wird. Dass Wolle so beliebt ist, erstaunt kaum, wenn man ihre Eigenschaften studiert. Die starke Nachfrage hat allerdings auch zu miserablen Bedingungen in der Produktion geführt. Massentierhaltung mit zu wenig Auslauf, zu wenig Futter und gewaltvollem Umgang (Schnitte, Tritte und Schläge – insbesondere bei der Schur) sind gerade in den grossen australischen und neuseeländischen Farmen gang und gäbe.  Besonders qualvoll ist auch die verbreitete Praxis des Mulesing, bei dem die Hautlappen im Afterbereich der Schafe ohne Betäubung weggeschnitten werden. Damit wollen die Züchter den Fliegenbefall in den riesigen Hautlappen vermeiden. Hinzu kommen Giftbäder und andere Massnahmen, die alleinig der Produktionssteigerung dienen und das Tierwohl total vernachlässigen.

Für uns sind das absolute No-Gos. Wolle ist ein fantastisches Produkt der Natur, aber nur akzeptabel, wenn das Schaf verantwortungsbewusst und tiergerecht gehalten wird. Wenn immer möglich handelt es sich bei unserer Auswahl um kbT- oder GOTS-zertifizierte Wolle. Die absolute Mindestanforderung ist mulesing- und chlor-freie Produktion – damit können wir auch Wolle aus kleineren Betrieben berücksichtigen, die sich keine Zertifizierung leisten können. Das Stichwort hierbei ist einmal mehr Transparenz.

Warum wir nicht einfach komplett auf Wolle verzichten wollen, ist einfach erklärt. Denn vieles spricht für dieses einzigartige Tierhaar.

  • Die gekräuselte Faser hat eine hervorragende Isolationseigenschaft, hält im Winter warm, verhindert aber auch einen Hitzestau.
  • Wolle ist atmungsaktiv und sorgt deshalb für einen angenehmen Ausgleich.
  • Bis zu 35% Feuchtigkeit kann Wolle aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen.
  • Gerüche und Schmutz werden auf Grund des Wollfetts und der Faserstruktur abgewiesen und beim Lüften aus der Textilie herausgearbeitet – Wolle muss selten gewaschen werden.
  • Wolle kann Schweiss chemisch binden und dadurch lange neutralisieren.
  • Die Elastizität der Wolle führt dazu, dass sie wenig knittert und deshalb Bügeln oft überflüssig ist.
  • Wolle entflammt nur sehr schwer.

 

Pflege

  • Bei kleinen Flecken nicht in die Waschmaschine, sondern die entsprechende Stelle mit Abtupfen reinigen.
  • Ist doch ein Waschgang nötig, dann schonend im Woll- oder Handwäscheprogamm mit einem Wollwaschmittel.
  • Wolle neigt wie alle Tierhaare zum sogenannten Pilling (Knötchenbildung durch Verfilzen der Haare). Regelmässiges Behandeln mit einem Wollkamm behebt das Problem, ohne das Kleidungsstück zu beschädigen.
  • Um Mottenschäden zu vermeiden, Lavendel oder Zedernholz in den Schrank hängen.
  • Damit das Stück gut in Form bleibt, nach dem Waschen schön zurecht ziehen und dann liegend trocknen. Kein Tumbler, keine Sonne.
  • Wenn überhaupt, dann nur mässig heiss und ohne direkten Kontakt mit dem Bügeleisen bügeln. Alternativ kann man das zerknitterte Teil auch während dem Duschen im Badezimmer aufhängen. Der heisse Dampf frischt die Faser wunderbar auf.